Ordnungsliebe psychologie

Der Ordnungszwang ist dadurch gekennzeichnet, dass die Betroffenen immer wieder versuchen, bestimmte Alltagsgegenstände nach einer bestimmten Ordnung oder Symmetrie anzuordnen. Wenn dieser Drang zum Ordnen immer wieder kehrt und von den Betroffenen nicht mehr kontrolliert werden kann, spricht man von einer so genannten Zwangshandlung.

Ordnung als psychologisches Muster: Manche nutzen sie zur Kompensation von Unsicherheit, andere als Ausdruck von Kontrollbedürfnis. Extremformen zeigen sich in Zwangsverhalten oder übertriebener Planungswut.

Beim Ordnungszwang erleben die Betroffene wie oben beschrieben einen sehr hohen Druck, eine bestimmte Ordnung oder Symmetrie herzustellen. Dieser Druck kann so übermächtig werden, dass sich die Betroffenen ihm nicht mehr wiedersetzen können. Im Hintergrund des Ordnungszwangs steht wie bereits genannt häufig die Befürchtung, dass sich ein schlimmes Unheil androhen könnte wenn man dem Ordnungszwang nicht nachkommt.

Der Unterschied zwischen einem Ordnungszwang und dem so genannten Zwanghaften Sammeln ist ebenfalls manchmal nicht einfach, insbesondere da es häufig Überschneidungen zwischen den beiden Beschwerdebildern gibt. Als Beispiel können wir uns einen Betroffenen vorstellen, bei dem ein Objekt des Zwanges bestimmte Bücher in seinem Buchregal sind: Beim Ordnungszwang steht das Ausrichten der zwangsbesetzten Objekte im Vordergrund.

Ein Betroffener würde also eventuell zunächst einmal darauf achten, dass die Bücher nach einer ganz bestimmten Systematik angeordnet sind und dann versuchen, eine darüber hinaus gehende Ordnung und Symmetrie zu erreichen. Er würde also eventuell versuchen, die Bücher im Regal so hinzustellen, dass alle im gleichen Abstand von der Regalkante stehen, so dass die Linie der Buchrücken parallel zur Regalkante verläuft.

Oder er würde darauf achten, dass alle Bücher wirklich exakt senkrecht im Regal stehen und nicht etwa an den Enden des Bücherstapels gekippt werden. Während also beim Ordnungszwang zumeist das Herstellen einer bestimmten Symmetrie im Vordergrund steht, überwiegt beim Zwanghaften Sammeln vorrangig der Druck, Objekte nicht wegwerfen zu können oder ergänzen zu müssen.

Wie oben bereits angedeutet, können der Ordnungszwang und das Zwanghafte Sammeln auch nebeneinander auftreten. Die Betroffenen erleben dann entsprechend einen hohen Druck bestimmte Objekte anzusammeln um diese dann in einer bestimmten Ordnung in ihrer Wohnung oder am Arbeitsplatz auszurichten. Der Test , ob ein Ordnungszwang vorliegt oder ob es sich um eines der anderen oben vorgestellten Krankheitsbilder handelt, sollte nach Möglichkeit durch einen auf dem Gebiet der Zwänge erfahrenen Arzt oder Psychologen durchgeführt werden.

Zur genaueren Diagnostik gibt es dann bestimmte Testverfahren, wie zum Beispiel die so genannte Yale-Brown Obsessive Compulsive Scale Y-BOCS. Diese sollten aber nur durch erfahrene Behandler angewendet und ausgewertet werden, damit sich die Betroffenen auf das Testergebnis auch wirklich verlassen können. Eine Therapie des Ordnungszwangs kann je nach Schweregrad der Erkrankung erforderlich werden.

Auch wenn der Ordnungszwang zunächst einmal ganz schön hartnäckig sein kann, lässt er sich mittelfristig zumeist gut durch einen Kombination aus Psychotherapie und falls erforderlich auch unterstützenden Medikamenten behandeln.