Psychologe gitarre apfel

Akkorde auf der Gitarre baut man sich so, dass die erwarteten Töne vorhanden und möglichst gut erreichbar sind. Das Ergebnis ist oft "unordentlicher", als vielleicht ein Pianist für gut halten würde. Während beim D-Dur Griff der Grundton 2 mal, Terz und Quinte je einmal gespielt werden, was wunderbar ist, hat man im G-Dur Akkord 3 Grundtöne, 2 Terzen und eine Quinte.

So ist halt die Gitarre. Dafür habe ich drei wichtige Grundregeln:. Diese drei Grundregeln sind wirklich sehr wichtig, wenn man schnell Fortschritte machen möchte. Umgekehrt kann man sich leicht eine Wechseltechnik einüben, die jahrelangen Stillstand garantiert! Die Gehirne fast aller Schüler reagieren bei den ersten Wechselübungen mit Panik: Hilfe! Alle Finger in die Luft und alles auf Null!

Dann werden die Finger in der bequemsten Reihenfolge nacheinander hingestellt, und ein Finger zeigt oft während des Wechsels verkrampft an die Decke. Beobachte genau! Wer bleibt liegen, wer kann geschoben werden, welche Gruppierungen gibt es? Was gibt es an Spannungen in der Hand? Wenn man von E - Dur nach H7 in der Tabelle: B7 wechselt, lässt man den 2.

Finger auf dem 2. Bund der A-Saite stehen. Niemand braucht riesige Bewegungen bei Griffwechseln! Der zweite Finger bleibt stehen, Finger 1 geht von der g- zur d-Saite, Finger 3 von der d- zur g-Saite. Die Finger gruppieren sich in der Luft über den richtigen Bünden, der 4. Finger ist über dem 2. Bund der e-Saite. H7 Griff - fertig. Der Mittelfinger hat seine Position nicht verlassen.

Wenn man von D-Dur nach A-Dur wechselt, kann man den Ringfinger vom dritten Bund der h-Saite in den 2. Bund der h-Saite schieben. Die beiden anderen Finger setzt man quasi "als Block". Der 3. Finger rutscht in Richtung 2. Bund, die Finger 1 und 2 heben ab und bilden einen "Block" Die Finger 1 und 2 landen als Block auf d- und g-Saite; der 3.

Wechselt man von E-Dur nach A-Dur , setzt man die Finger 2 und 3 "als Block". Der Zeigefinger wird individuell vom 1. Bund der g-Saite zum 2. Bund der d-Saite bewegt. Es ist sehr nützlich, beim Erlernen eines neuen Griffwechsels diesen extrem langsam, wie in Zeitlupe zu beobachten Die vier Bilder, die ich hier zu jedem Wechsel gemacht habe, sind als "Zeitlupenauflösung" noch viel zu grob.

Welcher Finger legt welchen Weg zurück? Wenn die Finger gleichzeitig in der neuen Position ankommen sollen, müssen sie sich unterschiedlich schnell bewegen. Eine Frage der Choreografie! Viele Menschen greifen bestimmte Griffe immer auf die gleiche Weise, und viele vermeiden den kleinen Finger, weil er der schwächste ist.

Am Beispiel des D-Moll-Griffes kann man zeigen, dass der Standard-Fingersatz mit 1,2 und 3 nicht unbedingt der beste ist:. Von D-Moll nach C-Dur: ich greife D-Moll häufig mit dem 4. Finger auf der h-Saite. Bei diesem Griffwechsel sieht man den Nutzen:. Beim Wechsel von D-Moll nach C-Dur greife ich das d auf der h-Saite mit dem 4. Der 1.

Finger sind unterwegs zur jeweils nächst tieferen Saite; der 3. Ähnlich ist es beim Wechsel von D-Moll nach F-Dur: der zweite Finger kann stehen bleiben, der dritte ist unterhalb des vierten schon unterwegs zum C auf der A-Saite, und der vierte wird mit ihm als Block auf die d-Saite gesetzt. Beim Wechsel mit B-Dur kann der kleine Finger sogar stehen bleiben. Gut ist auch, wenn man Griffe mit unterschiedlichen Fingersätzen greifen kann.

Normalerweise greife ich G-Dur mit den Fingern 1, 2 und 3; im Wechsel mit C-Dur greife ich gerne mit 2, 3 und 4 und setze beim Wechseln 3 und 2 als Block um. Es lohnt auch, die "häufigsten und wahrscheinlichsten Wechsel" in Betracht zu ziehen, wenn man seinen Lieblingsfingersatz für einen Akkord im Langzeitgedächtnis verankert. E-Moll greife ich normalerweise immer mit 2 und 3.

Beim Wechsel zur Subdominante A-Moll kann man diese beiden als Block versetzen, beim Wechsel mit H7, dem Dominantseptakkord, kann der 2. Finger stehen bleiben. E-Dur greift man genauso, nur der erste Finger kommt auf der g-Saite dazu. Also gibt es nicht wirklich viele Argumente, E-Moll gewöhnlich mit 1 und 2 zu greifen, obwohl das natürlich möglich und beim Wechsel mit D-Dur tatsächlich bequemer ist.

Meist drückt man den Zeigefinger ziemlich kräftig herunter, und wenn viel Kraft in eine Richtung geht, lassen sich die anderen Finger nicht mehr so unabhängig bewegen. Generell gilt: je schwieriger der Griffwechsel, desto genauer sollte man überprüfen, ob die drei Regeln von oben irgendwie anwendbar sind!

Nachdem ich im vorigen Abschnitt meine Grundregeln für Griffwechsel, Hauptfingersätze etc. Vor längerer Zeit hatte ich mal eine Schule für Folkpicking auf dem Notenständer. Neben dem ersten "Pick", also einem Takt mit einem zerlegten Akkord, stand "x". Ich dachte zunächst "Das kann er doch nicht ernst meinen, wenn das ' Mal spielen! Na, doch nicht so absurd. Wenn man sich dem Fingerpicking widmen möchte, sollte man dem Anfang gebührende Aufmerksamkeit und Respekt zollen!

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Genau dies muss man mit den ersten Akkorden auch machen: Wenn man sich sagt "OK, nach 20 Mal D-Dur und A-Dur wechseln muss das klappen, sonst ist das doof Also: genau beobachten, sehr langsam spielen und sehr viele Male hin und herwechseln. Statt auf die Uhr, lieber aus dem Fenster gucken, das hilft auch beim "Treffen ohne Hinschauen", ein bisschen dabei vor sich hin träumen, dann wieder akribisch die Bewegungen studieren, kontrollieren, ob alle Finger gleichzeitig landen und nicht einer nach dem anderen gesetzt werden.

Man sollte dabei guten Mutes sein: für die ersten Griffwechsel braucht man ziemlich viel Zeit, aber wenn man den fünften Griff in sein Pensum integriert, merkt man: es geht immer schneller. Das Gehirn lernt, präzisere Befehle zu geben, und die Finger lernen immer besser zu reagieren. Nachdem man den ersten Griffwechsel eine Zeit lang "frei" geübt hat, sollte man anfangen, im Takt zu spielen.

Wichtig dabei: auf der "Eins" des neuen Taktes muss der Griff stehen. Mache dazu die folgende Übung: Die spielst immer einen Takt E-Moll und einen Takt D-Dur zum Beispiel , und zählst dabei langsam bis vier. Anfangs spielst du nur auf der "Eins" und hast die Zählzeiten Zwei bis Vier für den Wechsel. Wenn das lässig klappt, spielst du auf Eins und Zwei, und hast nur noch die Drei und die Vier für das Umgreifen.

Dann nimmst du dir nur noch die "Vier" für das Wechseln, und dann kannst du durchspielen. Diese Grundübung für Griffwechsel solltest du anfangs bei jedem neuen Griff machen, nachdem du genau analysiert hast, ob Finger liegen bleiben, geschoben oder als Block versetzt werden können, und welcher Finger welche Strecke zurückzulegen hat! Wenn du dir ein bisschen Zeit für die Übung nimmst, klappt das garantiert, und als nächstes kannst du dann "What shall we do with the drunken sailor" probieren und dabei singen.

Beim Begleiten der ersten Lieder halte ich sehr wenig davon, "Anschlagsmuster" vorzugeben. Wenn man beim Spielen singt , motiviert man sich, pünktlich mit dem Griffwechsel zu sein, Betonungen mit der Begleitung zu unterstützen und unbetonte Stellen lockerer zu nehmen - so entwickelt man eigene Kreativität.

Eine Faustregel ergibt sich quasi von selbst: man sollte mit der Anschlagshand rhythmisch nicht dasselbe wie die Singstimme machen. Wenn gerade viele schnelle Noten zu singen sind: lässiger und weniger anschlagen; wenn der Gesang "Pause hat" kann man mehr machen. Ein anderer, leicht stupider, aber wirksamer Trick ist, sich eine Tabelle wie im Bild rechts auf Papier zu kritzeln, und nach dem Motto "jeden Griff mit jedem wechseln" zu verfahren.

Wenn man ganz stur ein Bleistiftpünktchen in ein Kästchen für 20 überlebte Wechsel macht, ist das in manchen Fällen sicher übertrieben: der Wechsel zwischen Em und E ist doch deutlich einfacher, als der zwischen C und B 7 , aber vom Grundprinzip her Ich persönlich glaube ja nicht an "Online-Gitarreschulen" und dergleichen - man lernt etwas, wenn man selber etwas tut!

Man spielt so vor sich hin, eine simple zweistimmige Allemande, und plötzlich - ein Ungetüm in Takt zwei! Da kann man erst mal nur aufgeben - sechs Töne übereinander: unles- und unspielbar. Und falls man irgendwie herausbekommen hat, was in Takt 2 auf der Eins steht - danach kommt etwas ganz komisches, eine Überbindung, hohe und tiefe Töne durcheinander - auch hier kann es erstmal nur eine Lösung geben: alle Finger vom Griffbrett!

So etwa, nämlich mit Panik, reagieren die meisten Gitarrenschüler zunächst, und es lässt sich noch mehr falsch machen: nachdem man die Finger also vom Griffbrett genommen hat, spielt man auf der Drei natürlich ein g statt eines gis. Weder hier, noch im dritten Takt auf Drei und Vier bemerkt man, dass man immer noch und wieder einen E-Dur-Akkord vor sich hat.

Selbst in fröhlichen Heften mit spanisch angehauchten Folkstücken, in denen überhaupt nur sechs verschiedene Akkorde auftauchen, bringen es Schüler fertig, bis zum Schluss immer wieder zu deklamieren "Wie geht noch mal der Akkord? Den habe ich zu Hause irgendwie nicht hingekriegt Kann man da etwas machen, die Sache strategisch angehen? Ich fürchte, es wird im Wesentlichen auf eine Predigt mit 1.

Alle Gitarrenschüler fürchten tiefe Noten auf Hilfslinien Es gibt sechs Stück! Eigentlich kein Grund, jahrelang zu jammern. Also beginnen alle mit dem Zusammenbauen von Akkorden bei den hohen Tönen. Das ist taktisch unklug, denn die meisten Akkorde, denen man begegnet, stehen in der Grundstellung. Das bedeutet: Der Basston, also der tiefste Ton, gibt wahrscheinlich den Namen des ganzen Gebildes an.

Nehmen wir wieder den Akkord auf der Eins des zweiten Taktes in Beispiel 1 oben.