Psychologen vorurteile
Definition In der sozialpsychologischen Literatur bezeichnet man als Vorurteil eine negative oder positive Haltung gegenüber Personen, Gruppen, Objekten oder Sachverhalten, die weniger auf direkter Erfahrung als vielmehr auf Generalisierung beruht. Die Mehrzahl bestehender Vorurteilsdefinitionen konzentriert sich auf Vorurteile negativen Inhalts, da diese eher als positive Vorurteile schädigende Wirkung nach sich ziehen.
Dabei werden Vorurteile, zumindest in älteren Ansätzen, der affektiven Komponente zugerechnet oder mit affektiven und kognitiven Anteilen versehen, während der verwandte Begriff des Stereotyps mit der kognitiven Komponente einer Einstellung gleichgesetzt wird. Bereits in frühen Gesamtdarstellungen zum Vorurteilsbegriff stellt sich jedoch die Problematik der konzeptuellen Abgrenzung beider Begriffe, da hier eine Reihe von Definitionen angeführt werden, die entweder explizit auf das Konzept des Stereotyps Bezug nehmen oder als wesentliche Definitionsmerkmale Kategorisierungsprozesse verwenden, die als charakteristisch für spätere Stereotypendefinitionen betrachtet werden können.
Bis zum Beginn der 70er Jahre des Während im Bereich der Stereotypenforschung erst das erste Sammelreferat vorgelegt wurde, gefolgt von weiteren Überblicksartikeln, wurden in der Vorurteilsforschung bereits z. Forschungsfördernd wirkten zudem das politische Interesse an den Ursachen antidemokratischer Tendenzen und die Konfliktsteuerung der Auswirkungen ethnischer Vorurteile in den USA.
Die eher stiefmütterliche Behandlung von Stereotypen innerhalb der Einstellungsforschung änderte sich im Zuge der kognitiven Wende in der Sozialpsychologie mit Beginn der 70er Jahre. Hieraus resultierten für die Vorurteilsforschung nicht unerhebliche Veränderungen, die sich vor allem in der Berücksichtigung kognitiver Mechanismen der Informationsverarbeitung sowie der sozialen Wahrnehmung zeigten.
Theorien und Konzepte 1 Psychodynamische Ansätze , die die Vorurteilsforschung in den 50er Jahren dominierten Autoritäte Persönlichkeit , sehen die Ursachen von Vorurteilen im Wesen eines Menschen begründet und machen hierfür eine bestimmte Charakterstruktur verantwortlich, die in einer eher ängstlichen und unsicheren Persönlichkeit zum Ausdruck kommt.
Als Ursache für die Herausbildung einer vorurteilshaften Persönlichkeit werden elterliche Erziehungspraktiken angeführt. Auf diesem Grundgedanken aufbauend wurde die Theorie der Sozialen Identität entwickelt. In neueren Arbeiten e. Tougas et al. Empirische Erfassung von Vorurteilen Zur Messung von Vorurteilen bedient sich die Vorurteilsforschung des Methodeninventars der Einstellungsforschung.
Hierzu zählen Interviews, Fragebögen und psychometrische Skalen, die die unterschiedlichsten Vorurteile zum Gegenstand haben z. Hierbei ergeben sich jedoch Interpretationsprobleme bei der Auswertung der physiologischen Daten, da sich zwar die Intensität, nicht aber die Richtung Ablehnungen vs. Der Vorteil nicht-reaktiver Verfahren besteht in dem Versuch, sozial erwünschtes Antwortverhalten, das aufgrund der teilweise hohen Itemtranzparenz verwendeter Fragebögen gegeben ist, zu kontrollieren.
Demgegenüber stehen jedoch erhöhte zeitliche und finanzielle Aufwendungen sowie die minimale Kontrollierbarkeit der Situation, die nicht-reaktive Verfahren seltener zum Einsatz kommen lassen. Die Ungleichbehandlung wird dabei nicht nur von Personen individuelle Diskriminierung , sondern auch von Institutionen institutionelle Diskriminierung ausgeübt.
Die Praktiken der Diskriminierung reichen von Beschimpfungen und Beleidigungen bis hin zur Anwendung körperlicher Gewalt, zur Boykottierung von Geschäften, Ausgangssperren, Beschneidung von Rechten in der Ehe, ungleiche Bezahlung für gleiche Arbeit etc. Fiske, Dies trifft auch auf eine der wirkungsvollsten Techniken zu, das Rollenspiel , bei dem die beteiligten Personen durch eine Art Perspektivenübernahme lernen, Erfahrungen und Gefühle anderer möglichst realistisch nachzuvollziehen.
Im Vergleich zu zeitintensiven Unterrichts- und Informationsangeboten sind Rollenspiele jedoch nicht so deutlich überlegen, wie häufig angenommen wird. Die vielbeschworene Wirkung von Kontakt reduziert sich nach den bisher bekannten Untersuchungen Pettigrew, auf Bedingungen des persönlichen Kontakts zwischen Personen gleichen Status, die an Kooperation interessiert sind und deren Kontaktaufnahme soziale Unterstützung erfährt.
In der Regel nicht zu trennen ist die Wirkung von Kontakt von einem anderen Mechanismus, dem sog. Auch hier gilt allerdings eine nicht unwichtige Spezifizierung dieses Effektes, wonach es generell zu einer Polarisierung bereits bestehender Urteile kommt, d. Zumindest experimentell belegt sind Strategien der Vorurteilsänderung durch Re-Kategorisierung, De-Kategorisierung und Sub-Kategorisierung.
Bei der Sub-Kategorisierung werden die unterschiedlichen Gruppenzugehörigkeiten besonders herausgestellt, um damit jeder Gruppe ihre positive soziale Identität zu erhalten. Neben generellen Sympathiekundgebungen, wie z. Erleichterung von Einreisebedingungen und Heiratserlaubnissen, Gewährung des aktiven und passiven Wahlrechts, Schulungen von Personal des Öffentlichen Dienstes im Umgang mit ausländischen Mitbürgern etc.
Literatur Aboud, F. Children and prejudice. Oxford, UK: Blackwell Allport, G. Die Natur des Vorurteils. Übersetzung von The nature of prejudice. Reading, MA: Addison-Wesley Fiske, S. Stereotyping, prejudice, and discrimination.
Psychologen-Vorurteile sind negative Annahmen über Therapeuten, z. B. „die helfen eh nicht“ oder „die wissen alles besser“. Sie entstehen oft aus Unwissenheit oder schlechten Erfahrungen.
Gilbert, S. Lindzey Eds. The Handbook of Social Psychology 4th ed. II pp. Boston, MA: McGraw-Hill. Pettigrew, T. Intergroup contact theory. Annual Review of Psychology, 49 , Tougas, F. Neosexism: Plus ca change, plus c'est pareil. Personality and Social Psychology Bulletin , 21 , Wenn Sie inhaltliche Anmerkungen zu diesem Artikel haben, können Sie die Redaktion per E-Mail informieren.
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