Schemata psychologie definition
Das Schema umfasst Merkmale zur Unterscheidung beispielsweise eines Restaurants von einem Bahnhof, und Merkmale von zugehörigen Prozessen, wie beispielsweise die Speisekarte lesen, bestellen, Nahrungsaufnahme, Rechnung erbitten. Ein solches Restaurant-Schema steuert die Erwartungen des Menschen, lenkt seine Wahrnehmung und steuert seine Handlungen und Interaktionen.
Schemata können nicht nur Informationen aufnehmen, interpretieren und in Wissen umwandeln, sie können ebenso als Instrument systematischer Suche nach passender Information eingesetzt werden. Vermutet der Mensch beispielsweise, es könne sich bei einem Gebäude um ein Restaurant handeln, so sucht er vielleicht nach einer Speisekarte im Aushang, um seine Vermutung zu prüfen. Eine Möglichkeit, Schemata explizit zu aktivieren, wäre über den Inhalt des Schemas nachzudenken; eine implizite Möglichkeit wäre die Verarbeitung von Informationen, die das Schema beinhaltet.
Schemata sind vernetzte Wissenseinheiten, die vergangene Erfahrungen speichern. Sie beeinflussen massgeblich, wie wir neue Situationen interpretieren und bewerten.
Die Zugänglichkeit, also die Leichtigkeit der Aktivierung von Schemata, ist abhängig von der Benutzungshäufigkeit. So sind häufig benutzte Schemata zugänglicher als nicht so häufig benutzte. Leicht zugängliche d. Schemata sind unabhängige kognitive Entitäten. Falls ein Schema aktiviert ist, bedeutet das nicht, dass ein Schema, das ähnliche Inhalte aufweist, ebenfalls aktiviert ist.
Schemata beinhalten Informationen und können die Interpretation von Informationen beeinflussen. Nicht eindeutige Informationen werden somit mittels des aktivierten Schemas interpretiert. Schemata können die Aufmerksamkeit, abhängig von den Umständen, auf schemakonsistente oder schemainkonsistente Informationen lenken. Aktivierte Schemata können die Erinnerung von Informationen beeinflussen, wenn die eigentliche Erinnerung an ein Ereignis nicht eindeutig ist.
Wissen besteht also nicht im Empfang von Informationen, sondern in ihrem Einbau in vorhandene Schemata, also ihrer Aufnahme ins implizite Gedächtnis. Im klassischen Experiment von Ross, Lepper und Hubbard wurde den Versuchspersonen zunächst weisgemacht, sie hätten in einem Test besser als der Durchschnitt Erfolgs-Feedback oder schlechter als der Durchschnitt Versagens-Feedback abgeschnitten.
Dann wurden sie darüber aufgeklärt, dass dieses Feedback frei erfunden war. In der eigentlichen Testphase sollten die Versuchspersonen nun einschätzen, a wie gut sie in dem Test tatsächlich waren und b wie gut sie in einem weiteren Test abschneiden würden. Innerhalb dieser Strukturen zeigt sich, wie dieses Wissen repräsentiert wird. Schemata organisieren typische Zusammenhänge aus dem Bereich der Realität.
Schemata können ineinandergefügt sein. Schemata verfügen über episodisches und generisches Wissen. Neben einer Struktur verfügen Schemata ebenso über eine ausgeprägte Prozesskomponente. Das in Schemata repräsentierte Wissen ist nicht auf einzelne Inhaltsbereiche beschränkt. Wie bei Quinn und Holland, so werden allgemein Wahrnehmungsschemata und Handlungsschemata voneinander unterschieden.
Repräsentationsebenen[ Bearbeiten Quelltext bearbeiten ] Das Abbilden von Ereignissen im Gedächtnis des Menschen wird Repräsentation genannt. Dabei dienen die Schemata zur Umformung der durch die Sinnesorgane wahrgenommenen Informationen. Neben den angeborenen Repräsentationen wie Lidschlussreflex und Sprachkompetenz können nach Karl-Heinz Flechsig in vier Ebenen der Repräsentation, basierend auf erlernte Schemata, unterteilt werden: [8] episodische Repräsentation einfache Sachverhalte: beispielsweise das Anzünden einer Zigarette kategorische Repräsentation abstrakte Schemata: die Vorstellung einer Zigarettenschachtel, vom Rauchen, von der Suchtbefriedigung.
Diese Ebene ist mit anderen Ebenen verbunden.
Schemata sind kognitive Wissensstrukturen, die unsere Wahrnehmung und Verarbeitung von Informationen ordnen. Sie filtern Erfahrungen und prägen unsere Erwartungen.
Sehr verallgemeinert lassen sich dabei alle Schemata nach drei Aspekten befragen: [8] Wie verbreitet sind diese Schemata unter den Mitgliedern einer Gesellschaft? Wie selbstverständlich sind diese Schemata unter den Mitgliedern dieser Gesellschaft? Welche Bedeutung für die Mitglieder dieser Gesellschaft kommt den Schemata für das Weltverständnis und das Verhalten zu?
Alternative Begriffe[ Bearbeiten Quelltext bearbeiten ] Seit Mitte findet die wissenschaftliche Bearbeitung von Schematheorien in unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen Beachtung. Es existieren dazu Beiträge aus dem Bereich der Psychologie, der Linguistik, der Informatik Erforschung künstlicher Intelligenz , der Neurophysiologie und der Wissenstheorie.
Die unterschiedlichen Theorien können das Schemakonstrukt je nach konkretem Gegenstand unterschiedlich benutzen. In der Kernaussage nach Mandl S. Ähnlichkeiten bestehen in der gemeinsamen Annahme mehrerer Stufen oder Ebenen der Schemabildung, wobei vorwiegend von einer Verbindung oder Vernetzung untereinander ausgegangen wird.
Beck , der Gründer der Kognitiven Therapie , weist darauf hin, dass der Begriff Schema auf Arbeiten von F. Bartlett , und Jean Piaget , zurückgeht. Es ist eine Wenn-dann-Verknüpfung Kausalannahme. Young wird angenommen, dass lebensgeschichtlich früher entstandene Schemata unkonditionale Annahmen über sich und andere sind, während später entstandene Schemata konditional seien.