Roger modell psychologie
Geschichte[ Bearbeiten Quelltext bearbeiten ] Die Entwicklung der GPT ist eng mit der Person ihres Begründers Carl Rogers — verbunden. Rogers gilt als einer der Hauptvertreter der Humanistischen Psychologie. Er nannte sie zunächst nicht-direktive Psychotherapie non-directive psychotherapy , [1] benannte sie später jedoch in klientenzentrierte Psychotherapie Client-centered Therapy um, weil nicht-direktiv zu oft missverstanden wurde.
Dadurch erhielten er und seine Mitarbeiter die Möglichkeit zu intensiver wissenschaftlicher Forschungsarbeit. In den ern wurde Rogers Mitgründer des Center for Studies of the Person im kalifornischen La Jolla , an dem er bis zu seinem Lebensende tätig war. Rogers fühlte sich dem Denken John Deweys — verpflichtet und wurde u. Später wies er auch auf die geistige Nähe seiner Arbeit zur fernöstlichen Philosophie und zu bestimmten Aspekten des Zen hin.
Die GPT hat einen starken Einfluss auf die Bewegung der Encounter-Gruppen genommen und wird als personzentrierter Ansatz auch in der Beratung und Supervision , als schülerzentriertes Lehren im Bildungsbereich und als gruppenzentrierte Führung im Bereich des Managements angewandt. In der zweiten Auflage dieses Buches, erschienen, [3] nannte Tausch diesen Ansatz Gesprächspsychotherapie und behielt diese Bezeichnung in den folgenden Auflagen die 9.
Auflage erschien bei. Dies geschah aus berufspolitischen Gründen. Biermann-Ratjen et al. In der ehemaligen DDR haben Johannes Helm und Inge Frohburg die Konzepte weiterentwickelt, therapeutisch anwendungsreif gemacht und entsprechende Aus- und Weiterbildungsprogramme entworfen. Die Ausbildung begann bereits im Studium der klinischen Psychologie.
Gesprächs psycho therapie als Sammelbezeichnung für Formen der Psychotherapie, bei denen in Abgrenzung zu Körpertherapie oder Kreativtherapie das Gespräch im Vordergrund steht ist eine Übersetzung von Talking Therapies, [12] scheint aber unüblicher, weil darunter auch analytische und sogar bestimmte verhaltenstherapeutische Ansätze fallen würden. Damit soll u.
Auch international ist die Bezeichnung nicht mehr einheitlich. Es wird von Person-centered and Experiential Therapies und neuerdings Elliott et al. Zentral ist die phänomenologisch-existentielle Grundposition: Der Mensch als reflexives Wesen kann und muss seine Existenz und sein Dasein in dieser Welt sinnhaft definieren. Wenn ich vermeide, Anweisungen zu geben, finden die Menschen selbst das rechte Verhalten.
Wenn ich vermeide, sie zu beeinflussen, werden die Menschen sie selbst. Der Hilfesuchende trage alles zu seiner Heilung Notwendige in sich und sei selbst am besten in der Lage, seine persönliche Situation zu analysieren und Lösungen für seine Probleme zu erarbeiten. Ausgehend von diesem humanistischen Menschenbild folgerte Rogers , Psychotherapie müsse ein günstiges Klima für den ungestörten Wachstumsprozess schaffen.
Aus einer Diskrepanz Inkongruenz zwischen dem Erleben experiencing des Organismus und dem Selbstkonzept entstehen psychologisch relevante Spannungen und erscheinen dem Menschen als Konflikte. Ein Beispiel für Inkongruenz entspricht einer psychischen Fehlfunktion : Eine Mutter lebt allein mit ihrem volljährigen Sohn. Jedes Mal, wenn dieser offen Pläne für seinen Auszug macht, wird die Mutter krank bekommt z.
Hustenanfälle, Fieber o. Die Gesprächstherapie nach Rogers erklärte das Symptom der Mutter die Krankheitsanfälligkeit durch eine Inkongruenz zwischen der aktuellen Erfahrung der Angst, den Sohn zu verlieren und dem Selbst dem eigenen Anspruch, keine klammernde Mutter sein zu wollen und dem Sohn ein selbständiges Leben gönnen zu wollen. Ziel der Therapie ist eine reifere emotionale Anpassung, indem Ideal- und Selbstbild in Übereinstimmung gebracht werden.
Der personzentrierte Ansatz nach Rogers stellt den Klienten in den Mittelpunkt. Durch Selbstaktualisierung überwinden Individuen psychische Blockaden effektiv.
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Diese Entwicklung wird im Wesentlichen durch die Erfahrungen geprägt, die ein Individuum im Kontakt mit seiner Umwelt macht, vor allem mit den wichtigen Pflegepersonen Eltern , und insbesondere durch die Bewertungen dieser Erfahrungen durch den eigenen Organismus und durch die wichtigen Bezugspersonen.
Wenn ein Kind in seinen Erfahrungen nicht oder nicht ausreichend beachtet wird z. Wichtige zeitgenössische Autoren wie Peter F. Schmid haben diese Weiterentwicklung der philosophisch-anthropologischen Grundlagen geprägt. Die Person wird sowohl als substanzial auf sich bezogen, autonom wie auch relational auf die Mitmenschen bezogen aufgefasst. Die Person lebt in einem unzertrennlichen Wechselverhältnis zwischen Autonomie und Beziehungsangewiesenheit.
Diese Verschränktheit von Substanzialität und Relationalität ist ausschlaggebend für das moderne Person-Konzept des personzentrierten Ansatzes. Philosophisch nimmt der personzentrierte Ansatz Bezug auf Martin Buber und in seiner Weiterentwicklung auf Emmanuel Levinas. Damit eine psychologisch relevante Veränderung des Selbstkonzepts einer Person stattfinden kann, müssen vom Therapeuten die drei Grundhaltungen in der Beziehung zum Klienten gelebt werden: Bedingungslose positive Wertschätzung gegenüber der Person des Ratsuchenden mit ihren Schwierigkeiten und Eigenheiten.
Das Bedürfnis nach bedingungsloser positiver Wertschätzung gehört auch zu den personzentrierten Grundannahmen über die Natur des Menschen. Die bedingungslose positive Wertschätzung gegenüber dem Klienten kann verschiedene konkrete Interaktionsformen annehmen. So gehört das vorbehaltslose Annehmen des vom Klienten Ausgedrückten dazu, das Ermutigen der ratsuchenden oder leidenden Person ist ebenso eine Grundform des bedingungslosen Wertschätzens wie das Ausdrücken von Solidarität mit dem Klienten J.
Finke, Empathie : Einfühlsames Verstehen der Welt und der Probleme aus der Sicht des Klienten, und die Fähigkeit, diese Empathie dem Klienten zu kommunizieren. Bei der Empathie als generativem Prinzip von hilfreichen Therapeut-Klient-Interaktionen können verschiedene Formen unterschieden werden. Grundformen der Empathie sind beispielsweise die Wiederholung des Mitgeteilten, die Empathie als Konkretisierung des Gesagten, die Empathie mit Bezug auf das Selbstkonzept des Klienten sowie die Empathie mit Bezug auf das organismische haltungsprägende Erleben des Klienten J.
Kongruenz in seiner Haltung Echtheit, Wahrhaftigkeit gegenüber dem Klienten : Offenes Wahrnehmen des eigenen Erlebens als Therapeut oder Berater, der mit dem Klienten in Beziehung steht. Bei der Kongruenz als generativem Prinzip von hilfreichen Therapeut-Klient-Interaktionen können zum Beispiel verschiedene grundsätzliche Echtheitsformen des Therapeuten unterschieden werden.
Die Wirkung von personzentrierter Psychotherapie und Beratung wurzelt in erster Linie in der Umsetzung dieser drei Grundhaltungen. Sie prägt die Beziehung zum Klienten, der sich dank dessen seiner eigenen Person zunehmend wertschätzend, empathisch und kongruent zuwenden kann Persönlichkeitswachstum. Die jeweils konkrete personzentrierte Interaktion, welche von diesen Grundhaltungen geprägt ist, hat stets zum Ziel, die Inkongruenz der ratsuchenden Person zu reduzieren.
Die konkrete Umsetzung dieser Haltungen ist jedes Mal auf den Klienten abzustimmen und ergibt zwangsläufig einen je eigenen, personzentrierten Prozess. Die Wirkung liegt nicht im theoretischen und diagnostischen Experten-Wissen über Klienten oder in der Anwendung therapeutischer Techniken. Eine der beiden Personen der Klient befindet sich in einem Zustand der Inkongruenz.
Das therapeutische Angebot der Grundhaltungen 1—3 muss vom Klienten zumindest im Ansatz wahrgenommen werden können. Wenn alle sechs Bedingungen erfüllt sind, ist psychotherapeutische Veränderung möglich. Die gesamten sechs Bedingungen können als einer von mehreren schulenüberschreitenden Beiträgen von Rogers gelesen werden, die Psychotherapie wissenschaftlich zu definieren und auch variablenpsychologisch erforschbar zu machen.
Zahllose empirisch-wissenschaftliche Studien seit den Anfängen der klientenzentrierten Psychotherapie belegen im Übrigen die Richtigkeit seines theoretischen Psychotherapiemodells. Dennoch: Innerhalb der personzentrierten und experienziellen Gemeinschaft wird es bis heute kontrovers diskutiert, ob die sechs Bedingungen auch tatsächlich allgemein hinreichend für eine wirksame Psychotherapie sind.
Deren Notwendigkeit wird hingegen von niemandem bestritten. Der Lackmustest für einen personzentrierten Psychotherapeuten lautet denn auch, ob er die sechs Bedingungen sowohl als notwendig wie auch hinreichend erachtet oder nur als notwendig, aber noch nicht hinreichend. Insbesondere diese Methoden und Konzepte wurden auch auf angrenzende Anwendungsgebiete wie Gruppentherapie , Kinder- als Spieltherapie , Paartherapie und Familientherapie sowie in diverse psychosoziale und pädagogische Praxisfelder übertragen.
Der Vorgang der »Abwehr« bestimmter Gefühle und Erfahrungen ist in der Regel nicht bewusst, wird aber häufig gespürt in einer diffusen, scheinbar unbegründeten Anspannung oder Angst, deren Herkunft und Sinn den Betroffenen verschlossen bleibt. Die gesprächspsychotherapeutische Entwicklungstheorie geht heute [17] davon aus, dass nur Erfahrungen und die mit ihnen verknüpften Bewertungen bzw.
Gefühle Bestandteil des Selbst bzw. Als Beispiel wird folgender Fall beschrieben: Ein Kind, dessen Mutter — aus welchen Gründen auch immer — es nicht aushält, wenn ihr Kind Wutanfälle bekommt und diese z. Ist das Kind später Patient, wird er z. Die Entstehung von psychischen Störungen mit der Folge einer seelischen Erkrankung ist in der Regel viel komplexer als hier dargestellt werden kann.
Im therapeutischen Prozess soll es dem Patienten zunehmend möglich sein, bisher nicht oder nur unvollständig zugelassene emotionale Erfahrungen als seine Erfahrungen zu erkennen, die zu seinem Selbst gehören. Dazu ist es notwendig, diese auch zu symbolisieren. Das wird möglich, wenn sich zwischen dem Therapeuten und dem Patienten eine Beziehung entwickelt, die auf Seiten des Therapeuten gekennzeichnet ist durch Empathie, Kongruenz und Bedingungsfreie Positive Beachtung der Erfahrungen des Patienten und wenn der Patient dieses Beziehungsangebot des Therapeuten auch so wahr- und annehmen kann.
Rogers betont weniger die Interaktion der sog. Instanzen Ich, Über-Ich und Es im Erleben und mehr die Entwicklung des Selbst bzw. Selbstkonzepts und dessen Einfluss auf die Erfahrung. Das gilt z. Obwohl seine wissenschaftstheoretischen Grundlagen die Phänomenologie und die humanistische Psychologie waren, benutzte er — mangels geeigneter Alternativen — dazu die Methoden der naturwissenschaftlich-experimentell ausgerichteten Psychologie.
Seine publizierte preisgekrönte Psychotherapiestudie über Prozesse und Effekte klientenzentrierter Psychotherapie [24] wurde für die Psychotherapieforschung methodisch wegweisend. Er lässt sich so zusammenfassen: [27] HEP-Therapien führen zu signifikanten und klinisch relevanten Prä-Post-Veränderungen. Die zum Postzeitpunkt erreichten Veränderungen sind nicht nur kurzfristig bis zu einem Jahr nach dem Behandlungsende , sondern auch längerfristig nach mehr als einem Jahr stabil.
Darüber hinaus kommt es in der Zeit nach Ende der Therapie im Mittel noch zu weiteren Verbesserungen. Die generelle Wirksamkeit von HEP-Therapien unterscheidet sich weder in klinischer noch in statistischer Hinsicht von der Wirksamkeit anderer Therapieverfahren das sog. Dodo-Bird-Verdict hat weiterhin Bestand. Obwohl es keine generellen Unterschiede in der Wirksamkeit zwischen den verschiedenen Therapieverfahren gibt, profitiert in der Regel ein bestimmter Patient von einem bestimmten Therapieverfahren schneller oder mehr als von einer anderen Therapie.
In der Metaanalyse von Klaus Grawe wurde die Gesprächspsychotherapie nach der Verhaltenstherapie als die am besten wissenschaftlich erforschte Therapieform bezeichnet, deren Wirksamkeit als sehr gut bestätigt werden könne. Barry einen impliziten kognitiven Bias bzw. Dieser Effekt besagt, dass sich Menschen nicht instinktiv in die Situation von Männern hineinversetzen würden, die depressiv oder in einem verletzlichen Zustand sind, da Männer archetypisch als Beschützer und nicht als Empfänger von Schutz gesehen werden.
Studien zeigten, dass in einem Zeitraum von 6 Monaten nach der Therapie Männer öfter wieder psychische Probleme bekamen, während Frauen ihre durch die Therapie erzielten Erfolge öfter behielten. Empathie sei eine der Schlüsselkomponenten für eine erfolgreiche Gesprächstherapie. GwG , die sich seit Gesellschaft für Personzentrierte Psychotherapie und Beratung nennt.
Daneben gibt es berufsspezifisch die gegründete Deutsche Psychologische Gesellschaft für Gesprächspsychotherapie e. DPGG , die aus in der klinischen Praxis und an den Universitäten und Fachschulen tätigen Gesprächspsychotherapeuten besteht [33] und die gegründete Ärztliche Gesellschaft für Gesprächspsychotherapie e.
ÄGG , die sich besonders für die Förderung der Gesprächspsychotherapie in der Medizin engagiert. Sie veranstalten sowohl einzeln als auch gemeinsam wissenschaftliche Fachtagungen und vertreten die Gesprächspsychotherapie im Aus- und Weiterbildungsbereich sowohl für Psychologen als auch für Ärzte. GwG und DPPG sind Mitglied in der gegründeten Arbeitsgemeinschaft Humanistische Psychotherapie AGHPT.
In der DDR waren Gesprächspsychotherapeuten in Personaleinheit in einer eigenständigen Arbeitsgemeinschaft in der Gesellschaft für Psychologie und als Sektion in der Gesellschaft für Ärztliche Psychotherapie vertreten. Schweiz: pca.