Evokation psychologie

Im Gedächtnis ist Evokation der Schlüssel zu assoziativem Abrufen: Ein Wort, Bild oder Gefühl aktiviert ganze Erlebnisnetzwerke. Störungen hier können zu Erinnerungslücken oder Flashbacks führen.

Hälfte des 2. Lebensjahres tritt also die Entwicklung der Wirksamkeitsmotivation oder auch Mastery in eine neue Phase ein s. Das intendierte Endziel einer Handlung wird zum Gradmesser des Handlungserfolgs, dem die einzelnen Handlungsschritte untergeordnet sind. Ab etwa 17 bis 18 Monaten zeigen Kinder beim Handeln mit Objekten und besonders in Situationen, in denen sie sich beobachtet fühlen Kagan, , ein zunehmendes Interesse daran, bestimmte Standards zu erreichen.

Diese Gütestandards sind oft von Eltern oder älteren Kindern initiiert 7 Abschn. Solche Präferenzen können weitreichende Folgen für das Handeln haben und damit für die längerfristigen Verhaltenskonsequenzen von Misserfolg. So können externe Ursachenzuschreibungen zwar den Selbstwert schützen, führen aber vielleicht langfristig in die Hilflosigkeit, während soziale Abwärtsvergleiche die Tür zum Handeln offen lassen, aber auf lange Sicht inspirierende Vorbilder für das Wirksamkeitsstreben aus dem Auge verlieren.

Gleichzeitig macht diese wichtige Rolle der frühen Eltern-Kind-Interaktion für die Handlungsentwicklung natürlich auch verwundbar. Bei schlecht auf den Entwicklungsstand des Kindes abgestimmten oder anderweitig ungünstigen elterlichen Einflüssen kann die Entwicklung von Motivation und Handlungsregulation auch fehlgesteuert werden und über die Entwicklungszeit hinweg zu maladaptiven Motivationssyndromen führen.

Schuljahr wird ein allgemeines, optimistisches und misserfolgsresistentes Tüchtigkeitskonzept in Anstrengungs- und Fähigkeitskonzept ausdifferenziert. Dabei scheint der Anstrengungsbegriff zunächst erfahrungsnäher und damit begreifbarer zu sein als der Fähigkeitsbegriff. Mit dem Übergang in die Schule wird dann jedoch der Fähigkeitsbegriff konsolidiert und dem Realitätsdruck von Erfolg und Misserfolg nicht nur im intraindividuellen, sondern auch im sozialen Leistungsvergleich ausgesetzt.

Fähigkeit und Anstrengung werden erstmals in Vorstellungen von Kapazität und ihren Grenzen ins Verhältnis gesetzt. Diese Entwicklungserrungenschaften bereiten den Weg für komplexere kausale Schemata zur Erklärung von Erfolg und Misserfolg, sowie für realistische und eigenständige Einschätzungen des eigenen Leistungsvermögens. Sie machen aber auch verwundbar für Erfahrungen von Kontrollverlust und Verzagen über die Beschränkungen der eigenen Leistungsfähigkeit s.

Hinsichtlich der Realitätsorientierung von Erfolgserwartungen belegt die Forschung einen kontinuierlichen Entwicklungsfortschritt bis etwa in die Präadoleszenz. Wenn es um die realistische Einschätzung von nichtleistungskontingenten Zufallsereignissen geht, wie etwa bei der Zufallswahl einer Spielkarte, kommt es auch in der Frühadoleszenz noch zum Entwicklungsfortschritt.

Möglicherweise ist dies kennzeichnend für einen besonders stark von Erwachsenen für die kulturelle Instruktion gestalteten Entwicklungsraum, in dem Leistungsanforderungen von erwachsenen Sozialisationsagenten gestellt und nicht von den Heranwachsenden gewählt werden, so dass eine starke Realitätsorientierung nicht erforderlich ist und ein engagiertes Zielstreben eher behindern könnte.

In diesem Alter, in dem der globale Tüchtigkeitsbegriff differenziert worden ist, beginnen die Kinder auch kompensatorische Relationen zwischen Anstrengung und Fähigkeit zu verstehen. Je mehr für Erfolg Fähigkeit und für Misserfolg Unfähigkeit verantwortlich gemacht werden, desto mehr ist man mit sich selbst zufrieden bzw.

Hier zeichnen sich erste Entwicklungsrisiken ab, wenn einseitig auf mangelnde eigene Fähigkeit attribuiert wird. Weitere mögliche Gefahren für die Entwicklung von Kompetenzen können von der Ursachenzuschreibung für eigene Leistungen durch andere, wie etwa Lehrer, ausgehen. Exzessives Lob für moderate Leistungen können die Fähigkeitsselbstzuschreibungen in Frage stellen, und umgekehrt kann Tadel für Misserfolg als Indikator dafür gelten, dass der Lehrer die Mutter, der Freund auf der Grundlage der eingeschätzten hohen Fähigkeit mehr erwartet hat.

Vermeidung andererseits. Lern- oder auch Meisterungsziele richten sich auf eine Verbesserung der eigenen Leistungs- kompetenz, während Performanz- oder Selbstdarstellungsziele darauf abzielen, sich vor anderen und im sozialen Vergleich als kompetent zu erweisen. Lern- und Meisterungsziele haben einen günstigen Einfluss auf das Leistungsverhalten, wenngleich nicht unbedingt auch auf die erzielte Leistung.

Performanz- und Selbstdarstellungsziele haben im Fall geringer selbsteingeschätzter Kompetenz einen hilflosigkeitsinduzierenden Einfluss auf das Leistungsverhalten. Eine Kombination von Lern- und Performanzzielen kann unter günstigen Umständen besonders motivierend sein. Ziele können auch danach unterschieden werden, ob sie auf die Annäherung zu einem erwünschten Handlungsergebnis oder dessen Folgen oder die Vermeidung eines unerwünschten Handlungsergebnisses oder dessen Folgen abzielen.

Besonders hinsichtlich der Performanz- oder Selbstdarstellungsziele entscheidet die Annäherungs- vs. Vermeidungsorientierung darüber, ob das Ziel Leistungsbemühungen eher fördert oder behindert. Demgegenüber kann das Streben nach Selbstdarstellung der eigenen Kompetenz bei einer günstigen Einschätzung der eigenen Leistungsfähigkeit vermehrte Anstrengung und die Wahl ambitionierter aber erreichbarer Anspruchsniveaus begünstigen.

Selbstregulation durch Handlungssteuerung, wie das PSI-Modell von Kuhl und das AAI-Modell von Brandtstädter. Wirksamkeitsorientierte Regulation von Entwicklung, wie in der Motivationstheorie der Lebenslaufentwicklung s. Metamotivationale Kompetenz, zu der Rheinberg ein Forschungsparadigma entwickelt hat. Über die Entwicklung dieser individuellen Unterschiede in der Motivations- und Handlungsregulation wissen wir noch so gut wie nichts, so dass die zukünftige Forschung ein weites und offenes Feld vor sich hat.

Die frühen Entstehungsbedingungen in der Familie sind v. Auch im weiteren Verlauf der Kindheit spielen die spezifischen leistungsthematischen Charakteristika des familiären Entwicklungskontextes eine ausschlaggebende Rolle. Besonders günstig sind Entwicklungsökologien, die ein hohes Anregungs- und Selbsterprobungspotenzial mit Autonomie förderndem und Leistungsdruck vermeidendem Elternverhalten verknüpfen.

In einer solchen familiären Umwelt kann sich das implizite Leistungsmotiv am besten entfalten, da das Kind ermuntert wird, sich selbst dem eigenen Vermögen entsprechende Aufgaben zu stellen, sie zu meistern und so eine solide und auf viele Leistungsbereiche bezogene Erfolgszuversicht zu entwickeln. Besonders wenig wissen wir bisher darüber, welches Elternverhalten die Entwicklung von flexibler Handlungsregulation beim Umschalten zwischen Zielengagement und Zieldistanzierung und von sekundären Kontrollstrategien des Umgangs mit Misserfolg begünstigen oder erschweren.

Demgegenüber gewinnen explizite Leistungsziele, soziale Vergleiche und Konkurrenz mit Gleichaltrigen, sowie extrinsische und langfristige Karrierefolgen mit dem Schuleintritt fast schlagartig an Bedeutung. Dies kann unter bestimmten Bedingungen gehäufter Misserfolgserfahrungen und Autonomie hindernden und Leistungsdruck erzeugenden Elternverhaltens in kurzer Zeit zu chronischer Misserfolgsängstlichkeit führen.

Gleichzeitig erfüllen die expliziten Leistungsziele jedoch auch wichtige Regulationsfunktionen, so dass sich für die meisten Kinder im weiteren Verlauf eine Motivationsoptimierung durch sowohl implizite als auch explizite Leistungsmotive ergibt. Dabei erfüllen explizite Leistungsziele auch die Funktion, Äquivalenzklassen leistungsrelevanter Situationen auf die individuellen Leistungspotenziale, Werte, Identitätsmerkmale und Interessen abzustimmen.

Die Differenzierung der Konzepte von Fähigkeit und Anstrengung und die Herausbildung bereichsspezifischer Anreize und Erwartungen machen Kinder resilienter gegenüber all zu generellen Selbsturteilen über die eigenen Charakteristika und die eigene Kompetenz, auch wenn sie das Konzept einer stabilen und möglicherweise geringen Fähigkeit überhaupt erst ermöglichen.

Die normative Entwicklung von komplexeren Kausalattribuierungsmustern kann bei Kindern die hilflosigkeitsfördernden Schlussfolgerungen aus Misserfolgserlebnissen unausweichlich erscheinen lassen und so der Misserfolgsängstlichkeit erst richtig aussetzen. So kann der Entwicklungsfortschritt in den kognitiv verfügbaren Kausalattributionsschemata im Sinne kognitiver Kanalisierung zu einer kognitiven Untermauerung und stärkeren Ausprägung individueller Unterschiede führen, die die betroffenen Kinder in die Resignation treibt.

Eine solche Strategie dürfte sowohl motivational als auch im Hinblick auf die Einschränkungen im Kompetenzerwerb fatale Entwicklungsfolgen nach sich ziehen. Diese zunehmende Selbstregulation treibt interindividuell divergierende Entwicklungspfade mit Macht auseinander und lässt Unterschiede in Motivdispositionen, Werten und Zielen in zunehmendem Alter stabiler und irreversibler werden.

Individuen können sich in ihrem zielbezogenen Handeln und Streben nach Kontrolle entlang bestimmter in den Gelegenheitsstrukturen des Lebenslaufs enthaltener Pfade orientieren. Allgemein verändert sich das Kontrollpotenzial über den Lebenslauf in einer während der Kindheit steil ansteigenden, im mittleren Alter ein Hochplateau erreichenden und im Alter abfallenden Kurve.

Diese umgekehrte U-Funktion des Kontrollpotenzials ergibt sich nicht zuletzt aus den biologischen Prozessen der Reifung und des Alterns. Darüber hinaus verleihen gesellschaftliche Strukturierungen durch external wirkende Institutionen, die soziale Struktur und altersnormative Vorstellungen dem Lebenslauf eine alterszeitliche Ordnung wichtiger Lebenslaufübergänge.

Kanalisierungseffekte auf einmal eingeschlagenen Lebenswegen werden durch gesellschaftlich vorgezeichnete und gesonderte Pfade bewirkt und schränken die Flexibilität individueller Entwicklungsmöglichkeiten zwar ein, geben dem Individuum aber auch eine Stütze bei der Verfolgung langfristiger Ziele. Normative Vorstellungen über die psychologische Entwicklung im Lebenslauf entwickeln sich schon früh und werden im Verlauf von Jugend- und Erwachsenenalter zunehmend differenzierter.

Sie bieten einen Bezugsrahmen zur Bewertung der eigenen Entwicklung und der Entwicklung anderer und können auch selbstwertprotektive Funktion erfüllen, wenn im mittleren und fortgeschrittenen Erwachsenenalter Entwicklungsverluste und Problembelastungen bewältigt werden müssen. Eine Reihe verwandter Konstrukte aus der Motivations-, Persönlichkeits- und Sozialpsychologie haben sich mit mittel- oder langfristigen persönlichen Zielen und Anliegen beschäftigt und gezeigt, dass sie dem Alltagshandeln des Einzelnen Richtung, Kohärenz und Sinn verleihen.

Persönliche Ziele können, abhängig davon, ob ihr Erreichen von Einzelnen kontrolliert werden kann und so Aussicht auf Erfolg hat oder nicht, positive oder negative Wirkungen auf das emotionale Wohlbefinden haben. Darüber hinaus ist der Einsatz für persönliche Ziele, die im Konflikt zu den impliziten Motivpräferenzen des Einzelnen stehen, eher abträglich, weil er die Erreichung motivkongruenter Ziele behindert.

Eine Reihe von Studien zeigte, dass Entwicklungsziele die altersnormativen Erwartungen über die Relevanz, Dringlichkeit und Kontrollierbarkeit von Entwicklungsveränderungen widerspiegeln. Altersnormativen Vorstellungen kommt also eine wichtige Bedeutung bei der Auswahl von Entwicklungszielen zu. Sie fungieren als Richtlinien und Zeitpläne für die Steuerung individueller Bestrebungen, die eigene Entwicklung günstig zu beeinflussen.

Die Gelegenheitsstruktur für Entwicklungsgewinne und -verluste folgt einer umgekehrten U-Funktion und entsprechend richten sich die Entwicklungsziele Erwachsener mit zunehmendem Alter weniger auf Entwicklungsgewinne als vielmehr auf die Vermeidung von Entwicklungsverlusten. Für spezifische Entwicklungsziele, wie z. Solche Gelegenheitsverläufe sind in altersnormativen Vorstellungen repräsentiert und können so von Jugendlichen und Erwachsenen antizipiert und bei ihren entwicklungsregulativen Bemühungen berücksichtigt werden.

Besonders virulent ist die Entwicklungsregulation bei Annäherung an und nach dem Überschreiten einer Entwicklungsfrist. Hier muss der Einzelne von einer dringlichkeitsdiktierten Phase starken Zielengagements auf eine Zieldistanzierung und Selbstwertverteidigung umschalten, wenn die Frist überschritten ist. Bei der Auswahl von Zielen zum Engagement bzw.

Den Wechsel von Zielengagement zu Zieldistanzierung vor und nach Überschreiten der Entwicklungsfrist, und 2. In den querschnittlichen Studien zum Kinderwunsch und zur Partnerschaft zeigte sich, dass die befragten Erwachsenen vor Überschreiten der Entwicklungsfrist stark zielengagiert waren und die entsprechenden Kontrollstrategien verwendeten. Im Gegensatz dazu gingen die meisten Befragten nach Überschreiten der Entwicklungsfrist dazu über, sich von dem bisherigen Ziel zu distanzieren und kompensatorische sekundäre Kontrollstrategien der Selbstprotektion zu verwenden.

Die Längsschnittstudie zum Übergang von der Schule in die berufliche Ausbildung belegte die eindrucksvolle entwicklungsregulative Kompetenz der beteiligten Jugendlichen bei der adaptiven Anpassung von beruflichen Zielsetzungen in diesem prekären Entwicklungsübergang ins Erwachsenenalter. Die Kombination von selektiven primären und selektiven sekundären Kontrollstrategien erwies sich als besonders geeignet diesen schwierigen Übergang erfolgreich zu meistern.

Das Handlungsphasen-Modell der Entwicklungsregulation wurde auch herangezogen, um das Kontrollstreben von Patienten mit akuten und chronischen Erkrankungen zu untersuchen. In den bisher durchgeführten Studien zeigte sich übereinstimmend mit den entwicklungszielbezogenen Studien , dass dann, wenn gesundheitsbezogenes Zielengagement und Zieldistanzierung im Einklang mit dem verfügbaren Kontrollpotenzial stehen, positive Entwicklungsergebnisse erzielt werden, während Inkongruenz zwischen Zielstreben, Zieldistanzierung und Kontrollpotenzial negative Folgen für das Wohlbefinden hat.

Dabei gestaltet der Einzelne nicht nur die eigene Zukunft, sondern nimmt aktiven Einfluss auf die eigene Entwicklungsökologie und damit auf den Handlungshorizont für das eigene zukünftige Leben. Wiewohl die biologischen z. In vielen Fällen geschieht dies nicht bewusst und auch nicht immer zum Vorteil dessen, der nolens volens durch eigene Wahlen z.

Gleichwohl ist der handelnde Einfluss des Individuums auf die Regulation der eigenen Entwicklung ein mächtiges Wirksamkeitsinstrument, das weit über den unmittelbaren Effekt auf die Nahumwelt die eigene Zukunft und ihr Entwicklungspotenzial entscheidend mitgestaltet. Motivation und Entwicklung. Tags Allgemeine Psychologie Entwicklungspsychologie Klinische Psychologie Psychologie Psychotherapie Sozialpsychologie Statistik weitere Tags.