Ausreden psychologie
Wenn Eltern etwas versprechen und dann nicht einhalten, sollten sie einen guten Grund dafür anbringen: Eine faule Ausrede erkennen Kinder schon im Alter von drei Jahren. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher von der Duke University um den Psychologen Michael Tomasello und seinen Doktoranden Leon Li nach einem Experiment mit 64 Kindern im Alter von drei oder fünf Jahren.
Wie die Gruppe in der Fachzeitschrift » Cognitive Development « schildert, zeigte sie den Jungen und Mädchen eine Reihe von Videos: Darin versprachen Puppen, ein tolles Spielzeug zu holen, kamen jedoch mit leeren Händen zurück. Teils gaben sie dafür gar keine Erklärung, teils nannten sie einen guten Grund wie »Ich musste meinem Freund bei den Hausaufgaben helfen«, teils einen schlechten wie »Ich wollte fernsehen«.
Ausreden sind psychologische Schutzmechanismen, um Schuldgefühle oder Konflikte zu vermeiden. Sie entstehen oft aus Angst vor Konfrontation oder Selbstzweifeln.
Egal ob und welche Erklärung: Dass sie ihr Versprechen gebrochen hatten, fanden die Kinder nicht in Ordnung. Mehr Verständnis hatten sie allerdings, wenn es einen guten Grund gab, wie jemand anderem bei etwas zu helfen. Eine schlechte Ausrede, etwa ein egoistischer Grund, war für die Kinder dagegen nicht besser als gar keine Erklärung.
Sie kannten die soziale Norm, dass altruistische Gründe mehr zählen als egoistische Motive. Die Fünfjährigen konnten das auf Nachfrage sogar schon erklären, die Dreijährigen hingegen noch nicht. Doch Konsequenzen zogen die Kinder daraus offenbar nicht. Diesen Zusammenhang sahen die Kinder anscheinend nicht. Beruhigend für Eltern, die nicht immer ihr Wort halten: Zumindest in diesem Experiment litt die Beziehung nicht unter einer faulen Ausrede.
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