Wahrnehmungsfehler psychologie confirmation bias

Schlagwörter: Bestätigung , Bestätigungsfehler , Denken , Kognition , Tendenz , Verzerrung , Wahrnehmung. Die Bestätigungstendenz , auch als Bestätigungsfehler oder Bestätigungsverzerrung bezeichnet, ist eine mentale Neigung — nach der Menschen Informationen häufig so auswählen, dass diese zu den eigenen Erwartungen bzw.

Selbstbild passen. Im Rahmen von Entscheidungsfindung und Problemlöseprozessen treffen wir auf unterschiedliche Stolpersteine. So nutzen wir beispielsweise häufig Heuristiken zur Lösung von Problemen. Diese mentalen Abkürzungen nutzen wir vor allem dann, wenn uns für ein Problem oder eine Entscheidung zu wenig Informationen vorliegen. Und das ist im Alltag sehr häufig der Fall.

Jedoch überschätzen wir uns auch nur allzu oft selbst. Daher bildet die systematische Selbstüberschätzung ebenfalls einen weiteren Fallstrick auf dem Weg zur Lösung. In diesem Artikel wollen wir uns einem weiteren Kandidaten aus der Reihe der Lösungshindernisse widmen: der Bestätigungstendenz. Wir sind gut im Ausblenden. Zumindest dann, wenn wir uns bereits eine Meinung gebildet haben.

In dem Fall suchen wir nämlich nach Informationen, die unsere Meinung unterstützt. Widersprechenden Hinweisen schreiben wir weniger Bedeutung zu oder wir blenden sie direkt völlig aus. Wir sehen also häufig nur das, was wir sehen wollen. Dabei ist von der Bestätigungstendenz die Rede. Dieser Bias beziehungsweise Fehler gehört zum Phänomen der selektiven Wahrnehmung. Wir suchen unbewusst nach Hinweisen, die unsere Annahmen untermauern und verzerren unsere Informationssuche damit selbst.

Man könnte auch sagen, dass der Mensch hin und wieder einer gewissen Form von Selbsttäuschung unterliegt. Manchmal kann sich diese Selbsttäuschung sehr hartnäckig halten. Denn es werden nicht nur Informationen ausgeblendet, die uns nicht gefallen. Wir interpretieren vieles auch einfach so, wie es am besten zu unseren Vorannahmen passt. Hinzu kommt noch ein weiterer Faktor, der die Bestätigungstendenz unterstützt: Der Mensch ist selten dazu bereit, seine falschen Vorannahmen über Bord zu werfen.

Hattest du schon einmal das ungute Gefühl, dass dich jemand beobachtet? Und hast du dann auch tatsächlich jemanden hinter dir entdeckt, als zu dich umgedreht hast? So praktisch das auch wäre, es handelt sich dabei in der Regel um einen Bestätigungsfehler. Das Problem ist nämlich, dass unser Gehirn sich vor allem die Dinge merkt, die auffällig sind. Das ist an sich eigentlich kein Problem, sondern evolutionär gesehen sehr sinnvoll.

Dennoch macht uns dieser Umstand anfälliger für den confirmation bias. Denn in einem bestätigenden Moment in dem wirklich jemand zu dir sieht, wenn du dich umdrehst speichert dein Gehirn das als korrekte Vermutung ab. Hingegen werden alle Momente vergessen, in denen deine Vermutung nicht zutreffend war — also jedes Mal, wenn dich niemand beobachtet hat. Ein anderes Beispiel ist die Flugangst.

Wenn du dich vorm Fliegen fürchtest, wirst du unbewusst nach Hinweisen suchen, die deine Sorge bestätigen. Du nimmst automatisch und selektiv nur noch Informationen auf, die die Gefahr des Fliegens zum Thema haben. Die Tatsache, dass weit mehr Flugzeuge am Himmel bleiben als abzustürzen, blendest du aus. Wenn du mit diesem Umstand konfrontiert wirst, findet dein Gehirn sehr schnell Argumente dafür, warum das Fliegen dennoch gefährlich ist.

Gleichzeitig sprichst du der Tatsache, dass Flugzeugabstürze ein relativ seltenes Ereignis sind, Relevanz ab. Das bedeutet, dass du diese Information für weniger wichtig hältst und verleihst ihr auch weniger Gewicht als den Informationen, die deine Angst vor dem Fliegen bestätigen. Der Bestätigungsfehler entsteht auch durch den Umstand, dass unser Gehirn uns zu schützen versucht.

Wenn wir mit unseren Annahmen falsch liegen, kann das am Selbstwert kratzen. Und Unsicherheit ist ein Zustand, den wir zu vermeiden versuchen. Der Bestätigungsfehler kommt häufig besonders stark zum Tragen, wenn unsere eigenen Werte von den Informationen betroffen sind. Das ist einer der Gründe, warum Verschwörungstheorien sich häufig so dauerhaft halten. Hier kommt jedoch noch hinzu, dass Verschwörungstheorien meist spannendere Geschichten erzählen als wissenschaftliche Fakten.

Der Psychologe Peter Wason entwickelte bereits die erste Theorie zum Bestätigungsfehler sowie dazugehörige denkpsychologische Experimente. Die Lösung war in den meisten Fällen falsch. Richtig wäre gewesen, dass es sich um beliebige Zahlen in aufsteigender Reihenfolge handelt. Hatten sich die Probanden allerdings erst einmal auf ihre Vermutung versteift, blieben sie auch dabei und suchten nach Zahlenreihen, die diese Annahme bestätigten.

Waren sie etwa von ihrer Annahme überzeugt, dass es sich bei der Regel um einen Zuwachs in Zweierschritten handelt, dann suchten sie auch nur nach unterstützenden Informationen. Zahlenreihen wie wurden als Beweis interpretiert, während andere Reihen zum Beispiel ausgeblendet wurden. Wason zufolge schotten wir uns vor widersprüchlichen Informationen ab, welche allerdings für das Thema wichtig wären.

Doch egal, ob Verschwörungstheorien oder falsche Lösungsannahmen: Wichtig zu wissen ist, dass es sich bei der Bestätigungstendenz nicht um einen bewussten Prozess handelt. Es steckt also keine Absicht dahinter, sondern es ist ein automatischer Vorgang. Über diesen müssen wir uns erst einmal bewusst werden, um unsere Entscheidungen kritisch hinterfragen zu können.

Dennoch können Bestätigungstendenzen schwere Folgen haben. Ein Beispiel dafür ist der Krieg der Vereinigten Staaten gegen den Irak Zuständige Stellen der US-amerikanischen Regierung unterlagen hier ebenfalls einem Bestätigungsfehler. Es herrschte die Annahme vor, dass der Irak über Massenvernichtungswaffen verfügte. Daraufhin wurde den Informationen bereitwilliger Glauben geschenkt, die diese Annahme stützten.

Andere Hinweise wurden als falsch bewertet oder die Quellen als uninformiert. Schlagwörter: Denken , Determinismus , Linguistik , Sprache. Die Sprache und das Denken hängen in vielerlei Hinsicht zusammen. Was jemand zu uns sagt, kann beeinflussen, was wir über diese Person, das besprochene Thema oder uns selbst denken.

Allerdings hat unser Denken zudem auch einen Einfluss auf unsere Sprache. Denn ohne das Denken, könnten wir keine vernünftigen Sätze bilden […]. Schlagwörter: Entwicklung , Entwicklungspsychologie , Kind , Kognition , Mental. Kinder machen nicht nur körperliche Entwicklungsschritte. Auch die Zunahme ihrer kognitiven Fähigkeiten ist erstaunlich.

Sie lernen etwa zu sprechen, zu lesen, Schlussfolgerungen zu ziehen und entwickeln eine eigene Vorstellung über sich selbst und die Welt um sie herum. Sie lernen auch, dass andere Menschen andere Gedanken und andere Gefühle haben […]. Schlagwörter: Adaptation und evolutionäre Anpassung , Wahrnehmung. Adaptationsniveau oder Anpassungsniveau ist ein von H. Helson beschriebenes Reizbezugsniveau, wobei ein Nullniveau als Ankerpunkt wirkt.

Erstmals wurde dieses Konzept aufgesetzt. Helson setzte seine Probanden diverser visuellen Farbreize aus. Er fand heraus, dass mittlere Farbreize als ziemlich genau angegeben werden konnten. Stärkere und schwächere Stimuli wurden stattdessen lediglich als […]. Schlagwörter: Wahrnehmung. Konstante Wahrnehmung bzw. Wahrnehmungskonstanz beschreibt den Umstand, dass wir bestimmte Objekte oder Organismen immer gleich wahrnehmen.

Was wir mit unseren Augen wahrnehmen, sieht nicht immer gleich aus. Je nach Helligkeit der Umgebung, erscheinen Objekte heller oder dunkler. Auch die […]. Schlagwörter: Blindheit , Veränderung , Veränderungsblindheit , Wahrnehmung. Veränderungsblindheit engl. Change blindness beschreibt das Phänomen, bestimmte Veränderungen im Blickfeld nicht zu bemerken, sobald diese sich ändern, nachdem man für kurze Zeit den Blick abwandte.

Warum glauben wir nur, was zu uns passt? Der Bestätigungsfehler lässt uns gezielt nach Beweisen suchen, die unsere Theorie stützen – und Gegenteiliges ignorieren. Ein klassischer kognitiver Verzerrungseffekt.

Neben der Wahlblindheit und der Unaufmerksamkeitsblindheit ist die Veränderungsblindheit ein drittes Phänomen der visuellen Einschränkung, welches zum Forschungsgegenstand der wissenschaftlichen Psychologie gehört. Veränderungsblindheit: Bedeutung […]. Schlagwörter: Aufmerksamkeit , Bewusstsein , Konzentration , Wahrnehmung. Wahrnehmung, Aufmerksamkeit, Konzentration und Bewusstsein sind eng miteinander verknüpft.

Denn die Wahrnehmung ist eine Interpretation von gewissen Reizen. Welche Reize besondere Aufmerksamkeit finden und worauf man sich konzentriert, hat wiederum etwas mit dem Bewusstsein des Individuums und dessen Erinnerungen, Erfahrungen und Wissen zu tun. Schlagwörter: Ankerreiz , Wahrnehmung. Eine besonders wichtige Rolle spielt der Ankerreiz bei der Beurteilung eines Adaptationsniveaus.

Ankerreiz: Wahrnehmungspsychologische Bedeutung und Beurteilung Soll man beispielsweise Gewichte heben und hat im Vorfeld bereits etwas Schweres gehoben, ist das Adaptationsniveau erhöht. Das bedeutet, […]. Schlagwörter: Empfindung , Reiz , Reizaufnahme , Reizverarbeitung , Wahrnehmung. Mit der Entstehung der experimentellen Psychologie ging auch die Erforschung der grundlegenden Prozesse der Wahrnehmung und Empfindung einher.

Als Begründer der modernen Psychologie gilt Wilhelm Wundt.