Bad oldesloe kindereinrichtung psychologie
Unser diesjähriger Jahresbericht ist im inhaltlichen Teil der Arbeit mit Eltern von Säuglingen und Kleinkindern gewidmet. Schon im Jahr wurde in unserer Beratungsstelle als einer der ersten in Schleswig-Holstein das so genannte Babyprojekt entwickelt. Frau Böhm und Herr Grundke haben sich in einer umfassenden Weiterbildung bei Frau Papousek in München mit dieser Arbeit vertraut gemacht und sie vom Projekt zu einem festen Angebot unserer Beratungsstelle entwickelt.
Waren damals noch in erster Linie Kinderärztinnen und ärzte Ansprechpartner der Eltern, so ist die Beratung der Eltern von Kleinkindern heute fester Bestandteil unserer Erziehungsberatung geworden, auch wenn Frau Böhm und Herr Grundke bei uns ausgeschieden sind. In unserem Team sind nun Frau Reynders, Frau Tippkötter und Herr Ehrlich in dieser besonderen Beratungsform ausgebildet.
Wir wollen Ihnen in diesem Jahresbericht verschiedene Herangehensweisen an die Zielgruppe Eltern mit jungen Kindern nahe bringen. Das Themenspektrum reicht von der Entwicklungsaufgabe vom Paar zum Elternpaar über theoretische Aspekte der Arbeit bis zur Anwendung der videogestützten Beratung. Auch vor unserem Team macht der demographische Wandel nicht Halt.
Von bis Anfang gehen sechs Mitarbeiter- Innen in den Ruhestand. Die meisten haben dann 30 Jahre und mehr in unserer Beratungsstelle gearbeitet. Sowohl bei den Beraterinnen und Beratern als auch im Sekretariat stehen wir vor einem personellen Umbruch. Frau Böhm war von Januar an als Diplom-Sozialpädagogin in Ahrensburg und Bad Oldesloe tätig. Als Kinder- und Jugendlichenpsychotherapeutin lag ihr diese Altersgruppe besonders am Herzen.
In die Beratungsarbeit brachte sie ihre besonderen Kompetenzen in Sensorischer Integration, Kommunikationspsychologie und wie bereits erwähnt der Entwicklungspsychologischen Beratung Babyprojekt intensiv ein. Ein Akzent ihrer Arbeit lag auf der Supervision und Begleitung von Kindertagesstätten. Ungezählten Müttern und Vätern konnte sie mit ihrer besonders zugewandten Art Verständnis und Sicherheit im Umgang mit ihren Kindern geben.
Dass sie im März die Altersgrenze für Berufstätigkeit erreicht hatte, konnten auch die Klientinnen und Klienten kaum glauben und bedauerten den Abschied von dieser geschätzten Mitarbeiterin sehr wie auch das ganze Team. Carmen Böhm Ina Tippkötter Wir sind sehr froh, dass wir mit Ina Tippkötter eine Nachfolgerin gefunden haben, die fachlich und als Person sehr gut in unser multiprofessionelles Team passt und es deutlich verjüngt.
Frau Tippkötter ist Diplom-Heilpädagogin und personenzentrierte Kinder- und Jugendlichentherapeutin. Auch ihre bisherigen Erfahrungen in der Jugendhilfe kann sie für die Erziehungsberatung sehr gut nutzen. Seit dem 1. Mai gehört Frau Tippkötter zu unserem Team und ist mittlerweile bei uns sehr gut angekommen. Es ist zu hoffen, dass wir auch bei den anderen Stellenbesetzungen ähnlich erfolgreich sein werden.
In den letzten Jahren hat uns als Beratende aber auch als Team ein Thema besonders. Der langjährige Missbrauch zahlreicher Jugendlicher durch einen ehemaligen Ahrensburger Pastor hat viele Menschen in und um Ahrensburg zutiefst erschüttert und beschädigt. Wir sind damit in unserer Beratungsarbeit konfrontiert und erleben, welch verheerende Auswirkungen das damalige Geschehen für die Betroffenen und ihre Familien auch heute noch hat.
Uns beschäftigt das Thema aber nicht nur auf der fachlich-therapeutischen Ebene. Als kirchliche Mitarbeitende sind wir auch damit konfrontiert, wie die Institution, bei der wir arbeiten, damit umgegangen ist und noch heute umgeht. Es hat in der Öffentlichkeit berechtigte Kritik gegeben und es ist auch für uns nur schwer zu ertragen, dass der ehemalige Pastor sich sowohl der staatlichen als auch der kirchlichen Gerichtsbarkeit entziehen konnte und somit nicht zur Verantwortung gezogen werden kann.
Dieser Weg muss weiter beschritten werden. Im Arbeitskreis Prävention gegen sexuelle Gewalt des Kirchenkreises Hamburg-Ost wird auch unter Beteiligung aus der Beratungsstelle ein Handlungskonzept erarbeitet, dass als Grundlage dafür dienen soll, dass sich solche Ereignisse auf keiner Ebene kirchlichen Handelns mehr wiederholen. In diesem Bemühen dürfen wir auch in Zukunft nicht nachlassen.
In unserem Statistikteil werden Sie Anmeldezahlen auf gewohnt hohem Niveau finden und das bei gesicherter Finanzierung! Das sind sehr gute Rahmenbedingungen für unsere Arbeit. Wir sind froh, dass wir unsere Energie in die Arbeit mit unseren Ratsuchenden stecken können und nicht in immer wiederkehrende Vertragsverhandlungen. Und wir sind ausgesprochen zuversichtlich, dass wir durch unser fachliches Handeln und unser Engagement in verschiedensten Vernetzungen das in uns gesetzte Vertrauen rechtfertigen.
Ich bedanke mich auch im Namen des Teams beim Kreis Stormarn und seinen Gremien, die uns diese Sicherheit und damit auch Anerkennung geben. Ein Dank geht auch an unsere zahlreichen Partner bei den öffentlichen und freien Trägern der Jugendhilfe, mit denen uns das Anliegen verbindet, für die Familien in Stormarn ein möglichst tragfähiges Netz individueller Hilfen auszuspannen.
Als Leiter möchte ich mich an dieser Stelle auch einmal bei meinem Team bedanken! Es ist nicht immer leicht, bei unveränderter Stellenzahl den Ansturm der Ratsuchenden zu bewältigen.
Psychologische Begleitung für Kinder in Bad Oldesloe. Unsere Einrichtung bietet Diagnostik und Therapie im geschützten Rahmen. Fördern Sie Ihr Kind optimal.
Das Team wird nicht nur mit dieser Aufgabe fertig, sondern alle sind auch immer wieder bereit, sich neuen Themen zu öffnen, die aktuellen Themen in der Beratung aufzugreifen und nie Routine gegenüber den Ratsuchenden aufkommen zu lassen. Herzlichst Ihr Christoph Haberer 4. Um dies zu verdeutlichen, habe ich eine typische Familienkonstellation konstruiert. Diese Familie hat es so nie gegeben, die daraus resultierenden Konflikte und einzelne Aussagen sind mir jedoch aus verschiedenen Beratungssituationen mit jungen Paaren bekannt.
Susanne und Sven sind seit ein paar Jahren ein Paar und wünschen sich ein Kind. Beide sind beruflich aktiv und finden in der Arbeitswelt Erfüllung. Als Daniel geboren wird, freuen sich beide Eltern trotz schlafloser Nächte sehr. Susanne scheint ganz in der neuen Rolle als Mutter aufzugehen. Sven nimmt eine berufliche Aufstiegschance wahr. Nach und nach stellt sich jedoch schleichend Unzufriedenheit in ihrer Paarbeziehung ein.
Für gemeinsame Gespräche gibt es scheinbar keine Zeit und so richtig zärtlich sind sie auch schon lange nicht mehr miteinander gewesen. Früher war unsere Beziehung perfekt. Seit Daniel da ist, funktionieren wir nur noch, beschreibt Susanne die Situation. Bisher haben sie sich selbst und den anderen in der Rolle des Partners kennen gelernt. Die Elternrolle, in die sie beide jetzt hineinwachsen, verändert ihre Identität.
Dieser Prozess und die Integration der Elternrolle in die bisherige Paar-Identität ist verunsichernd und bedarf der Reflexion. Und das in einer Zeit, die oftmals durch Übermüdung und ständiges Präsentsein für das Kind gekennzeichnet ist. Susanne fühlt sich als Expertin im Hinblick auf ihr gemeinsames Kind und erfährt dadurch Bestätigung. Da Sven durch seine Berufstätigkeit viel weniger Chancen hat, alleine und unbeobachtet Erfahrungen mit Daniel zu sammeln, findet er seine Sicherheit und Anerkennung im Beruf und in der Rolle des Ernährers.
In dieser innerlich unsicheren Situation der Identitätsneufindung flüchten sich beide in eine vermeintliche Sicherheit, nämlich dorthin, wo sie aktuell am meisten Bestätigung bekommen. Die Gefahr liegt nahe, den anderen im Bewältigen der eigenen Herausforderungen aus dem Blick zu verlieren und den innigen, zärtlichen Kontakt zum Partner aufs Spiel zu setzen.
Auch für die Entwicklung des Kindes ist eine befriedigende Partnerschaft der Eltern von unschätzbarem Wert. In der Beratung ist es dann für Sven und Susanne erst einmal wichtig zu erfahren, dass beide die gleichen Bedürfnisse haben, die gleiche Not empfinden. Zu dieser Aussprache kommt es durch die enormen und ungewohnten Anforderungen bei vielen Paaren oft nicht. In der Beratungssituation ist es für Susanne und Sven ein weiterer wichtiger Schritt, von einander zu erfahren, was der jeweils andere an ihnen schätzt und besonders in der neu eingenommen Elternrolle würdigen kann.
Oder: Ich mag es einfach zu sehen, wie liebevoll Du mit Daniel bist. In der weiteren Paararbeit bitte ich Daniel und Susanne, sich gegenüber zu setzen und direkt miteinander zu kommunizieren, die häusliche Zweier-Konstellation zu simulieren. Das fällt ihnen nicht leicht, immer wieder wandern ihre Augen zu mir.
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Zwischendurch interveniere ich, formuliere Aussagen positiv und lasse beide eine direkte Rückmeldung auf das ihnen Mitgeteilte geben. In weiteren Sitzungen werden dann gegenseitig die Wünsche des Paares aneinander angeschaut. Mögliche Wünsche sind: Ich möchte auch mal wieder mit dir zärtlich sein. Oder: Ich möchte mal wieder aus dem Haus gehen, mich mit Freunden treffen.
Und: Ich möchte auch mal wieder mit dir ausgelassen lachen. Wir schauen uns gemeinsam an, ob die Wünsche umgesetzt werden können, besonders, wie ein dafür förderliches Zeitmanagement aussehen könnte. Vielen Vätern fehlen noch Vorbilder, wie sie eine frühe Beziehung zu ihrem Kind aufbauen können, da diese Fähigkeit in der Vergangenheit vorrangig den Müttern zugeschrieben wurde. Durch die Schwangerschaft und das Stillen haben Mütter gegenüber Vätern einen Beziehungsvorsprung.
Von ihrem Verhalten ist es oftmals abhängig, ob sich die Väter in dem neuen Beziehungsdreieck willkommen oder ausgegrenzt fühlen. Ist die Rolle als Expertin des Kindes ein zu verteidigender Stützpunkt für die Mutter, weil ihr die Quelle der Bestätigung aus der Arbeitswelt fehlt, kann dies dazu führen, dass sie dem Vater zu wenig Raum gibt, um mit seinem Kind alleine Erfahrungen machen zu können.
Die helfenden Einmischungen der Mutter können zusätzlich verunsichernd auf den Vater wirken. Dies führt oftmals zu einem Rückzug des Vaters aus dem Beziehungsdreieck, hin zu sicheren Erfolgserlebnissen, zum Beispiel in der Arbeitswelt. Ich habe Väter erlebt, die sich jahrelang nicht getraut haben, ihr Kind ins Bett zu bringen, obwohl sie dies wünschten und nach der Beratung auch den Mut dazu fanden.
Bei unserem Modell-Paar erlebte Sven die kindzentrierte Haltung von Susanne auch als Ablehnung seiner Person, ebenso wie Susanne Svens Engagement für seine Arbeitswelt auch als gegen sich gerichtet bewertete. Kommt es zu keiner klärenden Aussprache, können sich die beiden Positionen verfestigen. In dieser unbefriedigenden Situation greifen die Partner als Ausdruck ihrer Not oftmals auf tradierte Verhaltensmuster aus ihren Herkunftsfamilien zurück.
Die Kommunikation eines Paares spielt in schwierigen Zeiten die entscheidende Rolle. Auch hier wird oft auf in der Herkunftsfamilie erworbene Kommunikationsmuster zurückgegriffen, wenn die Partner sich dessen nicht bewusst werden und nicht dagegen steuern. Sven und Susanne hatten gute Voraussetzungen, als sie in die Beratung kamen. Sie konnten auf eine befriedigende Partnerschaft vor ihrer Elternschaft zurück blicken.
Trotz ihrer momentanen Unzufriedenheit, waren sie in der Lage, offen und wertschätzend zu kommunizieren. Und sie haben beide den Mut gehabt, in die Beratungsstelle zu kommen, um sich ihre Partnerschaft gemeinsam anzuschauen und zu verändern. Carola Rieger 6. Von Anfang an ist klar: Ich werde auch in unserem Babyprojekt tätig sein.
Dafür lerne ich im Rahmen einer Weiterbildung die Entwicklungspsychologische Beratung EPB kennen, die ihren Ursprung an der Universität Ulm hat. In diesem Artikel möchte ich Sie gerne zu einem Ausflug in die Theorie und Praxis der EPB mitnehmen. Die EPB ist ein niedrigschwelliges, primär präventives Angebot für Eltern und ihre bis zu drei Jahre alten Kinder mit und ohne Behinderung.
Typische Fragestellungen drehen sich um Fütter- und Schlafschwierigkeiten, anhaltendes Schreien oder nicht gelingende Gefühlsregulationen der Kinder. Die EPB zielt darauf ab, als Frühe Hilfe die Eltern-Kind-Beziehung zu stärken. Die grundlegenden Theoriebausteine der EPB bilden die Entwicklungspsychologie, die Bindungstheorie und die systemische Beratung.
Für die Praxis bedeutet dies Folgendes: Im entwicklungspsychologischen Fokus fragen wir uns: Was kann das Kind bereits und was fällt ihm noch schwer?