Hass weiß psychologie

Vom Wahlkampf bis zur Walforschung — das Zeitfragen-Magazin von Deutschlandfunk Kultur hat den Rundumblick für Sie. Montag bis Donnerstag sprechen wir über wichtige Debatten und Erkenntnisse aus Politik, Umwelt, Wirtschaft, Geschichte, Wissenschaft und Forschung. Archiv Community Management Wenn Hasskommentare die Psyche belasten Minuten.

Twitter Facebook Email Pocket Audio herunterladen. Sie posten Beiträge in sozialen Netzwerken und moderieren Kommentare: Dabei schlägt Social-Media-Redakteuren viel Hass entgegen. Der raue Umgang in den Kommentarspalten kann der Seele schaden. Aus dem Podcast Zeitfragen.

Hinter dem Phänomen weißer Hass stecken tiefsitzende soziale Frustrationen. Diese entladen sich in aggressiven Abgrenzungsprozessen gegenüber marginalisierten Gruppen.

Podcast abonnieren Vom Wahlkampf bis zur Walforschung — das Zeitfragen-Magazin von Deutschlandfunk Kultur hat den Rundumblick für Sie. Beitrag Sendung Apple Podcasts Google Podcasts Spotify RSS Feed. Dieser Bericht ist an widerlicher Hetze nicht mehr zu überbieten. Meinetwegen, alles, was ihr mit eurem Pauschalisieren erreicht, ist Hass zu schüren.

Aber das ist man ja mittlerweile vom 'Spiegel' gewohnt. Bis zu Sie zu lesen, einzuordnen und zu beantworten — Community Management — ist Teil der Arbeit von Social Media-Redakteurin Eva Horn. Vor allem dann, wenn sich Vorfälle ereignen, die von rechts instrumentalisiert werden, hat sie viel zu tun. Das Kind wurde von einem einfahrenden Zug überrollt und starb.

Zur Berichterstattung über die Tat hat "Spiegel Online" besonders viele Kommentare erhalten. Dieser Teil ist okay, das verstehen wir auch", erzählt Eva Horn. Ähnliche Erfahrungen hat Christian Urban, Redakteur bei nordbayern. Auch wenn nordbayern. Wer die bösen Botschaften versendet? Vor allem Gewalt durch Flüchtlinge oder Menschen mit Migrationshintergrund und die schwedische Klimaaktivistin Greta Thunberg seien "Worst Case-Themen" für Social-Media-Manager.

Auch Christian Urban erinnert sich an die besonders gewaltverherrlichenden Kommentare zu dem Fall vom Frankfurter Bahnhof: "Bei dem getöteten Achtjährigen war sehr viel krasses Selbstjustizzeug dabei: Hängt ihn auf, schlitzt ihn auf, werft ihn über seinem Land ab ohne Fallschirm. Solche Geschichten, die unterste Schublade.

Seit ist er Redakteur bei nordbayern. Mittlerweile hat er das Gefühl, dass vor allem auf Facebook die Diskussionskultur immer schlimmer wird, was er auch in seiner Arbeit spürt. Das ist wahnsinnig anstrengend und man verliert ein bisschen den moralischen Kompass, wenn man sich den ganzen Tag nur durch diesen Hass quält. Wenn ich dann da rauskomme, dann brauche ich so ein bis zwei Stunden, um wieder in der Realität anzukommen und mich zu finden.

Emotionale und physische Distanz seien wichtig für einen guten Umgang mit Hasskommentaren, meint Christina Jochim vom Vivantes Auguste-Viktoria-Klinikum. Sie ist psychologische Psychotherapeutin und Mitglied im Vorstand der Landesgruppe Berlin der deutschen Psychotherapeutenvereinigung. Zu Christina Jochim kommen unter anderem Social-Media-Redakteurinnen und -Redakteure.

Deshalb gibt es nicht die klar definierte Grenze, sondern es ist etwas Individuelles, weil: Jede Betroffenheit hat auch eine eigene Geschichte. Die Distanz hilft ihm abzuschalten. Das kann mir ein Psychologe nicht geben. Ich versuche, mir einen Ausgleich zu schaffen durch schöne Dinge, am nächsten Tag oder direkt danach.

Für ihre Kolleginnen und Kollegen hat sie einen Rat: "Es gibt keinen Königsweg, dass muss jeder und jede selbst wissen, wie er sie damit umgeht. Zum anderen ist es so, dass man sich sagen muss, dass das nicht die Mehrheit der Leute ist. So würden gerade sexistische Kommentare von weniger Menschen gelesen werden. Gibt es genug Angebote für psychologische Unterstützung seitens der Verlage?

Christian Urbans Arbeitgeber, der Verlag Nürnberger Presse, bietet ihm zufolge keine Supervision an. Solch ein Angebot kann bei Konflikten oder starker Arbeitsbelastung helfen. Psychologin Christina Jochim meint, dass Medienhäuser aktiver werden müssten, um ihre Mitarbeitenden zu unterstützen: "Was da teilweise passiert, was mir da berichtet wird, schätze ich definitiv als psychosozialer Notfall ein und dem muss ich dann auch begegnen.

Und da hat man aus meiner Sicht als Medien, als Arbeitgeber, als dort selbst tätiger auch die Verantwortung, darauf zu reagieren. In dem Job sollte Selbstfürsorge kein Luxus sein, sondern eine absolute Notwendigkeit und Selbstverständlichkeit. Drohungen und Angriffe gegen Journalisten. Marina Weisband. Lakonisch Elegant. Zur Startseite.